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Jetzt: Corona und die Videosprechstunde
Jetzt: Corona und die Videosprechstunde 1024 1015Sven Jan Arndt

doc4pets Karlsruhe/Karlsbad bietet seinen Kunden – vor allem den Risikogruppen und Menschen mit Tieren in Quarantäne eine tägliche Videosprechstunde von 15-21 Uhr an. Dort hat der Tierbesitzer die Möglichkeit mittels seines Handys und Google Hangout die Problematik seines Tieres vorzustellen.

Da wir die Vorerkrankungen dieser Tiere kennen, haben wir sodann die Möglichkeit einzuschätzen, ob und wieweit das Tier bei einer unserer Praxen vorstellig werden muss. Ggf. ermöglichen wir auch eine Abholung der Tiere. In einfachen Fällen können wir auch Rezepte oder Medikamente direkt liefern.

Wie kann ich die Videosprechstunde nutzen?

Zur Nutzung dieses Services kann man sich direkt über Google oder auf unserer Website einen Termin erbitten, der sodann bestätigt wird.

15 Minuten der Videosprechstunde kosten gem. GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) 22,56 EUR.

Wir wünschen all unseren Kunden, dass sie und ihre Lieben gesund durch diese Krise kommen!

Euer doc4pets Team

Neue Notdienst GOT ab heute in Kraft
Neue Notdienst GOT ab heute in Kraft 150 150Sven Jan Arndt

Wie bereits zuvor geschrieben, tritt die neue Gebührenverordnung für Tierärzte – und zwar der Teil, der die Notdienste betrifft, ab Veröffentlichung in Kraft. ie Veröffentlichung ist heute – am 13.02.2020 im Bundesgesetzblatt erfolgt. Somit gilt diese neue Vierte Verordnung zur Änderung der Tierärztegebührenordnung unmittelbar.

Den konkreten Wortlaut können Sie hier runterladen: BGBL-Veröffentlichung Notdienst GOT

Der digitale Tierarzt
Der digitale Tierarzt 580 720Sven Jan Arndt

Seit neuestem wird eine „neue Sau durch das Dorf getrieben“ – der digitale Tierarzt. Sie nennen sich Dr.Sam, Pfotendoctor.de etc.

Was soll man davon halten?

Zunächst einmal hier einige Ausschnitte der Versprechungen dieser Plattformen:

online Tierarzt / digitaler Tierarzt
Dr.Sam verspricht hier einiges. Die ersten vier Punkte leuchten uns auch unmittelbar ein und sind sicherlich korrekt.

Aber was ist mit Punkt 5? Sofortige Gewissheit!

Gewissheit worüber?

  • dass mein Tier krank ist oder nicht?
  • dass ich vielleicht doch mal zu einem niedergelassenen Tierarzt mit meinem Tier fahren sollte?
  • dass ich jetzt eine Gebühr bezahle für eine vage Auskunft?

Pfotendoctor.de – Dein digitaler Tierarzt geht noch weiter:

  • „Unsere Tierärzte können sofort einschätzen, wie deinem Haustier optimal geholfen werden kann.“
  • „Die Gebühren richten sich nach der offiziellen Gebührenordnung für Tierärzte. Die Höhe entspricht damit jedem gewöhnlichen Besuch in einer Tierarztpraxis.“

Um diese Aussagen ein wenig einschätzen zu können, hier mal unsere Erfahrung aus dem täglichen Betrieb von vier Kleintierpraxen mit weit über 40 Tsd. Fällen im Jahr:

  • ein krankes Tier kann nur sehr bedingt, bis garnicht via Telefon oder Videochat qualifiziert untersucht werden – primär bedarf es der physischen Inaugenscheinnahme eines Tieres, des Abtastens, des Fiebermessens, des Kontrollierens der Vitalfunktionen, ggf. des Riechens etc.
  • dann folgen auch schon oft weitere diagnostische Maßnahmen wie Röntgen, Ultraschall, CT, MRT und Blutbild
  • erst diese Maßnahmen erlauben i.d.R. eine kompetente Diagnose und damit verbunden eine entsprechende Therapie

Vor diesem Hintergrund stellen sich uns folgende Fragen zum digitalen Tierarzt:

  • wie kann er Fieber messen oder die Vitalfunktionen untersuchen (Abhören bspw. einer Katze bei Lungenembolie etc.)?
  • wie kann er feststellen, ob ein Bein nur verstaucht ist oder gar gebrochen?
  • selbst wenn er sich waghalsiger Weise zu einer Ferndiagnose hinreißen lassen sollte, was ihm eigentlich sein Berufsethos verbietet, wie geht es dann weiter?
  • Wie kann er ein Schmerzmittel oder ein Medikament verabreichen?
  • Wie stellt er Rezepte aus?
  • Wie verbindet er eine Wunde?
  • Wie näht er einen Biss?

Man könnte diese Beispiele beliebig weiter spinnen. Der tatsächliche Nutzen eines solchen digitalen Tierarztes erscheint also sehr begrenzt:

Der digitale Tierarzt kann, wenn er seine Ausbildung und seinen Berufsethos Ernst nimmt, im Zweifel auch nur immer anraten einen niedergelassenen Tierarzt aufzusuchen oder eine entsprechende Tierklinik zu finden.

Dann stellt sich in der Tat die Frage – wo liegt der Vorteil des digitalen Tierarztes?

  • in der Tat haben wir gerade im Notdienst viele Anrufe, die eigentlich garnicht mit Ihrem Tier kommen wollen, sondern eine fernmündliche „Absolution“ wünschen, dass alles nur halb so schlimm sei und man erst am nächsten Tag zum Tierarzt gehen müsse – diesen Tierbesitzern kann in der Tat ein solcher digitaler Tierarzt helfen – ein Placebo, was dem Patientenbesitzer nutzt, dem Tier aber im Zweifel Leid nicht erspart
  • wenn der digitale Tierarzt seinen Beruf Ernst nimmt, so muss er fairerweise vermutlich, wie bei unseren Telefonaten, mindestens jeden zweiten Patientenbesitzer zum niedergelassenen Tierarzt schicken, weil nur so das Leid eines Tieres gelindert werden kann
  • Letzteres kostet aber bei Ihrem Tierarzt des Vertrauens und falls dieser mal nicht erreichbar sein sollte, bei der örtlichen Tierklinik oder dem örtlichen tierärztlichen Notdienst als telefonische Auskunft nichts! Das ist tägliches Brot und Service eines jeden guten Tierarztes.
  • Auch gibt es bundesweit Tierkliniken und Notdienstsprechstunden, die 24h erreichbar sind. Also fällt auch dieser angebliche Vorteil eines digitalen Tierarztes weg.

Viel spannender ist auch noch der Punkt – keine der beiden genannten Plattformen wird von Tierärzten betrieben – hier das Impressum von Dr.Sam:

Die beiden Geschäftsführer sind Ökonomen und keine Tierärzte. Auch ist der im Handelsregister hinterlegte Gesellschaftszweck eher schwammig angelegt und bedarf eigentlich mal der Überprüfung der entsprechenden Landestierärztekammer:

Noch spannender wird die Sache beim Anbieter „Dein digitaler Tierarzt“ – Pfotendoctor.de:

digitaler Tierarzt - pfotendoctor.de

„Die Entwicklung, Erstellung, Vermarktung und Vertrieb von Telematik-Software.“ Also wo hier der Bezug zur Tiermedizin ist, bleibt uns verborgen.

Vor diesem Hintergrund ist es noch interessanter, wieso eine solche Plattform nach GOT (Gebührenordnung für Tierärzte) abrechnet (nach eigener Aussage siehe oben)? Hier scheinen unsere Tierärztekammern ein wenig zu schlafen, die Kammern, die mancherorts doch so gern noch die Größe des Praxisschildes bestimmen würden. Eigentlich darf nur jemand nach GOT abrechnen, der approbierter Tierarzt ist, oder haben wir da was falsch verstanden?

Auch finden wir keinen der bei Pfotendoctor.de genannten Tierärzte als freie oder angestellte Tierärzte im Internet!? Auch gibt es den Begriff: „Tierarzt, Fachbereich Augenheilkunde“ so offiziell nicht. Soll dies evtl. eine nicht vorhandene Zusatzbezeichnung oder Fachtierarztausbildung darstellen?

Unser Fazit zum digitalen Tierarzt:

  • Der Nutzen von digitalen Tierärzten erscheint uns sehr beschränkt – das was sie leisten können, bekommen sie kostenlos auch am Notdiensttelefon oder in jeder Tierklinik als Auskunft kostenlos.
  • Die offiziellen Betreiber dieser hier vorgestellten Plattformen kommen nicht aus der Tiermedizin und geben dies auch nicht in ihrem Gesellschaftszweck vor
  • Bleibt also die Frage – ist der Begriff „digitaler Tierarzt“ / „online Tierarzt“ eine ungeschützte Berufsbezeichnung?
  • Darf jeder mit einer solchen Plattform nach der GOT abrechnen?
  • Wann überprüfen mal die Bundestierärztekammer oder Landestierärztekammern dieses offenbar ungeregelte Treiben?

Nachtrag:

Mittlerweile machen sich auch die ersten ausländischen Anbieter (außerhalb Europas – aus der Schweiz) auf den Weg den deutschen Markt zu beackern – folgende Werbung von pet-care.ch haben wir heute gesehen:

Hier stellt sich besonders die Frage, ob und wieweit ein außereuropäisches Unternehmen in der EU Dienstleistungen im Bereich der Veterinärmedizin / online Tierarzt anbieten darf, unterliegen diese doch komplett anderen Zulassungskriterien als die deutschen Kollegen. Hinter diesem konkreten Fall steht ein Schweizer Großkonzern – die Migros Gruppe, die für alles bekannt ist, aber wenig bis garnicht für Tiermedizin.

Ab wann gilt die neue Notdienst-GOT (Gebührenordnung für Tierärzte)?
Ab wann gilt die neue Notdienst-GOT (Gebührenordnung für Tierärzte)? 150 150Sven Jan Arndt

Die neue Gebührenordnung ist vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet. In Kraft tritt sie aber erst mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt.

In den beiden ersten Ausgaben diesen Jahres vom 7.1. und 10.1.2020 ist noch nichts erschienen. Ergo dürfte noch niemand nach der neuen Notdienst Gebührenverordnung abrechnen.

Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Neue Notdienstverordnung / -gebühren ab Januar 2020 (Notdienst GOT)
Neue Notdienstverordnung / -gebühren ab Januar 2020 (Notdienst GOT) 1024 722Sven Jan Arndt

Ab Januar 2020 werden gem. am 20.12.2019 vom Bundesrat verabschiedeten Gesetz neue Tarife für den Notdienst von Tierärzten gelten (Notdienst GOT).

Begründung: Flächendeckende Notdienstversorgung in der Tiermedizin immer mehr gefährdet

Die Kosten konnten bisher von Praxen oder Kliniken kaum gedeckt werden. Um das Arbeitszeitgesetz einhalten zu können, ist ein erhöhter Personalaufwand nötig und dieser muss bezahlt werden. Deshalb sollen erhöhte Gebühren helfen den Deckungsbeitrag zu steigern.

In der Humanmedizin sehen Tarifverträge Nacht- und Bereitschaftsdienste von bis zu 36 Stunden vor und sind mit dem Arbeitszeitgesetz kompatibel. Dies gilt für angestellte Tierärzte nicht – sie dürfen auch im Notdienst nur acht, bzw. maximal zehn Stunden am Stück arbeiten und müssen dann elf Stunden Ruhezeit einhalten. Dies wird auch von der Gewerbeaufsicht kontrolliert und Verstöße von Tierarztpraxen/-kliniken mit hohen Bußgeldern bestraft. Das bedeutet aber einen deutlichen Personalmangel, die Aufwände an Kosten wie auch Fachkräften sind für viele Praxen und Kliniken schwer zu stemmen.

Kernpunkte der Aktualisierung der Notdienst GOT

Was soll sich also ab Januar 2020 konkret gesetzlich ändern?

  • „Notdienstgebühr“: Zukünftig wird eine verpflichtende, pauschale Grundgebühr von 50 Euro für einen tierärztlichen Notfall außerhalb der regulären Sprechzeiten fällig.
  • Mindestsatz für tierärztliche Leistungen: Notfall-Leistungen müssen ab Inkrafttreten des Gesetzes mit mindestens dem zweifachen Gebührensatz abgerechnet werden, optional können sie abhängig vom Aufwand mit maximal bis zu vierfachem Satz in Rechnung gestellt werden (bisher max. dreifacher Satz)
  • Geänderte Notdienstzeiten: Die „Nachtzeit“ wird verlängert, sie liegt nun werktags zwischen 18 Uhr (bisher 19:00 Uhr) abends und 8 Uhr (bisher 7 Uhr) morgens. Zudem gelten nun neue Wochenendzeiten – bisher wurde als Wochenende Samstag ab 13 Uhr bis Montag 8 Uhr definiert. Nun verlängert sich das Wochenende von Freitag 18 Uhr bis Montag 8 Uhr, für diesen Zeitraum müssen die neuen Notdienst-Gebühren abgerechnet werden. (Für angestellte Tierärzte zu beachten: Diese “Notdienstzeiten” sind nicht identisch mit den Eckzeiten, ab denen arbeitszeitrechtlich ein Nacht-/Wochenenddienstzuschlag zu zahlen ist.)

Gerade letzter Punkt führte zu Unruhe und Missverständnissen – unsere gute Nachricht für Sie:

Die Bundestierärztekammer stellt klar, dass wir mit regelmäßigen Sprechstunden am Samstag und abends bis 19 Uhr diese weiter ohne diese Aufschläge durchführen dürfen und auch werden!

Die Verpflichtung, eine Notdienstgebühr und mindestens den zweifachen Gebührensatz zu erheben, entfällt für Leistungen, die im Rahmen der regulären Sprechzeiten einer tierärztlichen Praxis, tierärztlichen Klinik oder sonstigen tierärztlichen Einrichtung erbracht werden. Wenn eine Praxis eine regulär Freitagabends bis 20:00 Uhr oder Samstagvormittags Sprechzeiten anbietet, so handelt es sich dabei nicht um einen tierärztlichen Notdienst. Es ändert sich für die regulären Sprechzeiten also nichts.

Was ist ein Notfall?

Wichtig war es der Bundestierärztekammer auch noch mal festzuhalten, was ein Notfall ist und was im Notdienst geleistet werden soll und was nicht. Hierzu finden Sie umfassende Informationen in dem beigefügten Flyer der Bundestierärztekammer:

Flyer Notdienst GOT
Flyer Notdienst GOT
Herzlich Willkommen in Karlsruhe Tierarzt Daniel Koch
Herzlich Willkommen in Karlsruhe Tierarzt Daniel Koch 150 150Sven Jan Arndt

Herr Koch ist Deutscher, hat aber über 10 Jahre zusammen mit seiner venezolanischen Gattin in Venezuela (ebenfalls Tierärztin) und Portugal an verschiedenen Kliniken und Praxen praktiziert.
Die politischen Umstände des Heimatlandes seiner Frau, haben die kleine Familie (zwei hinreissende Töchter) gezwungen sich nach einer neuen Heimat umzusehen. Wir freuen uns sehr, Herrn Koch an Bord zu haben und heißen ihn und seine Familie im kalten und verregneten Deutschland herzlich Willkommen!

Unsere Joboffensive für Tierärzte in Baden
Unsere Joboffensive für Tierärzte in Baden 150 150Sven Jan Arndt

Wir freuen uns Euch unser neues Plakat für Tierarzt-Stellenangebote in unserer Gruppe vorstellen zu dürfen: